Ein neuartiger Virus zwingt uns in den Lockdown. Die Hallensaison endet abrupt am 15.03.2020. Der Freiluftplatz muss gesperrt werden. Wie geht´s nur weiter?

    Hinter den Kulissen der SCUG Bogenschützen herrscht Ungewissheit. Was sollen wir tun? Was können wir überhaupt tun? Die Antwort ernüchternd: Gar nichts. Tatsächlich überhaupt nichts. Außer gespannt auf den Zeitpunkt, an dem wir wieder loslegen dürfen, zu warten. Erst sechs Wochen später, Ende April 2020, gibt es erste Anzeichen für Lockerungen bei bestimmten Sportarten. Die Bogenschützen gehören zu den ersten, die ihre Freiluftplätze öffnen dürfen.

    Sofort kommt die Abteilungsleitung zu ihrer inzwischen 60. Sitzung zusammen. Erstmals virtuell.

    Ein Auszug aus dem Sitzungsprotokoll:

    Die Ausgangsbeschränkung in Bayern wurde um eine weitere Woche bis zum 10.05.2020 verlängert. Ein möglicher Öffnungstermin für Schießstätten könnte somit der 18.05.2020 sein, darauf wollen wir vorbereitet sein. Am 04.05.2020 soll eine weitere Erklärung von Ministerpräsident Söder folgen. 

    Wir richten uns mit unseren Planungen nach den Verbänden DSB und BSSB und besprechen mit unserem Präsidium die Öffnung des Bogenplatzes. Das beinhaltet auch die Klärung, ob und ggf. wann wir mit ( wahrscheinlich) wenigen Personen die Vorarbeiten auf dem Platz beginnen dürfen, denn Hausherr unseres Platzes ist der Hauptverein. Ralph klärt mit Fabian, in welchem Rahmen wann was möglich ist.

    Es muss ein Plan erstellt werden, wie und wo die Scheiben zu stehen haben. Das soll möglichst eine Woche vor Trainingsaufnahme erfolgt sein. 

    Viele weitere Punkte werden besprochen. Insbesondere die Bündelung aller bisher bekannt gewordenen Informationen zum Thema Platzöffnung: Wie gehen andere Vereine damit um? Wie machen es unsere österreichischen Nachbarn? Aber vor allem: Wie wollen wir vorgehen?

    Der Sitzungsrhythmus erhöht sich schlagartig, schon am 07.05.2020 findet die nächste statt. Schließlich wollen wir unseren Schützen ermöglichen, was eben möglich ist. Und zwar sofort. Genau ab dem Zeitpunkt, zu dem es möglich ist.

    Die Abteilungsleitung weiß was sie will und – vor allem – was sie verantworten kann.

    Nach dieser Sitzung steht der Plan zur Öffnung des Bogenplatzes. Eines ist klar: Es gibt noch eine Menge zu tun. Ralph kümmert sich um die finalen Absprachen mit Präsidium und Verband sowie die Information der Mitglieder. Chris übernimmt die Vermessung des Bogenplatzes und Jan kümmert sich um die Arbeiten auf dem Platz. Schwierig, in Zeiten, in denen die Zusammenkunft mehrerer Personen verboten ist. Man darf nicht mal eben viele Leute zusammenrufen und alles ruckzuck erledigen. Trotzdem ist der Platz rechtzeitig am Sonntag, den 10. Mai 2020 fertig.

    Für 17:00 Uhr hat sich die Presse angekündigt. Klaus Greif vom Münchner Merkur möchte endlich wieder etwas Positives berichten. Er trifft sich mit Fabian Kriner, Anne Wild und Ralph Kunath auf dem Bogenplatz. Ab diesem Tag dürfen fünf Personen unter besonderen Hygienebedingungen gleichzeitig auf dem Bogenplatz trainieren.

    Von Normalität dennoch keine Spur. Nachdem die ersten Pfeile endlich wieder über den Bogenplatz geflogen sind, trifft sich die Abteilungsleitung zur Nachbesprechung. Virtuell natürlich. Sind Anpassungen erforderlich? Zunächst nicht.

    Doch schon zehn Tage nach der Platzöffnung folgen weitere Lockerungen. Es dürfen nun zehn Personen gleichzeitig auf dem Platz trainieren. Weitere 14 Tage später sogar 20.

    Puh, geschafft. Sitzungsmarathon und Regulierungszwang finden ihr vorläufiges Ende.