Warten auf die Helfer

    „Ich bin gespannt, wie viele Mitglieder kommen werden.“ Abteilungsleiter Ralph Kunath zeigt sich verhalten optimistisch, was die Anzahl der Helfer am mehrmals angekündigten Arbeitstag betrifft. Er wird überrascht. Insgesamt 23 Mitglieder helfen an diesem Tag, die angefallenen Arbeiten zu erledigen. „Toll, dass auch Vereinskameraden gekommen sind, die wir seit zwei Jahren nicht mehr gesehen haben“, freut sich Christiane, eine der Trainerinnen im Verein.

    Schutzwand

    70 und 90 Meter sind schon sehr weite Distanzen. Bogenschützen müssen sie jedoch beherrschen, wenn sie in der Meisterschaftsrunde oder bei internationalen Turnieren erfolgreich sein wollen. Der Weg dorthin ist nicht nur mühsam und zeitaufwändig, sondern kann auch sehr kostspielig sein. Am Anfang werden immer ein paar Pfeile daneben gehen, weiß Ralph. Und deshalb freut er sich umso mehr über das Angebot von Thomas R., den Schutzzaun in diesem Bereich zu erneuern und zu vergrößern.

    Die Vorbereitungen beginnen in der Werkstatt des Mitglieds. Den Plan für die Baumaßnahme hat Thomas R. im Kopf. Auch das notwendige Material wurde im Vorfeld schon besorgt. Am Arbeitstag geht er mit fünf Helfern an die Arbeit. Es wird eine Schutzwand für die Ewigkeit. Alle paar Jahre vielleicht mal ein neuer Anstrich. Der Schießbereich aber ist nun – zu Beginn der Freiluftsaison – wieder sicher.

    Morsche Äste

    Es sieht ganz schön wackelig aus, wenn jemand auf einem Biertisch steht und morsche Äste aus den Bäumen sägt. „Aber bevor uns die Äste auf den Kopf fallen, holen wir sie lieber raus“, so Jan K. zu seiner akrobatischen Einlage. Mit vier Helfern kümmert er sich um die Gartenarbeit und damit ebenfalls um die Sicherheit auf dem Trainingsplatz.

    Manchmal wird es stürmisch

    „Auf unserem Bogenplatz herrschen üblicherweise Laborbedingungen“, witzeln die Mitglieder über die für Bogenschützen eher ungewöhnlichen Trainingsbedingungen auf dem idyllischen Bogenplatz vor dem Waldstadion des SC-UG. Auf Trainingsplätzen, die auf der grünen Wiese liegen, kommt Wind aus allen Richtungen. Hier nicht. Hier ist es meistens windstill. Wenn dann aber Wind aufkommt, ist er so stark, dass nicht geschossen werden kann, dafür aber die Zielscheiben reihenweise umkippen. Damit das in Zukunft nicht mehr passiert, spannt Jens T. mit seinem Team alle Scheiben vorn und hinten ab. Die Bogenschützen hoffen nun, dass sie dem nächsten Sturm trotzen werden.

    Wetterschutz

    Apropos Scheiben. Sie stehen bei Wind und Wetter draußen. Nässe macht dem Scheibenmaterial jedoch zu schaffen. Die Scheiben sollen aber möglichst lange halten. Deshalb klügelten Jan K. und Christian R. eine Scheibenschutzabdeckung aus. Einige Prototypen waren auf dem Bogenplatz schon zu sehen. Die restlichen Scheiben werden an diesem Arbeitstag mit der Abdeckung ausgestattet.

    Raus mit den Kernen

    Dennoch müssen Zielscheiben auch mal ausgetauscht werden. Den Austausch von so genannten Scheibenkernen übernahm Jens S. Das ist eine Aufgabe, die auch sichtlich Spaß machen kann.

    Bohren was das Zeug hält

    Ein Team hat an diesem Tag die schweißtreibendste Aufgabe übernommen. Bohren. In die Erde bohren. Etwa 50 cm tief. Und das an vorher präzise ausgemessenen Stellen, die an diesem sonnigen Arbeitstag nahezu ausnahmslos in der Sonne liegen. Christian R. und René bilden dieses Team. Weitere Unterstützung wollen beide nicht. Manche Arbeiten lassen sich halt am besten in einer Kleinstgruppe erledigen. Sie bohren dort, wo die Markierungen für die Wettkampfdistanzen hinkommen sollen. 10 und 18 Meter für die ersten Trainingspfeile – zum warm werden oder auch zum Abschluss einer intensiven Trainingsphase. 25, 40, 50, 60, 70 Meter für die Wettkampfdistanzen. Die 90 Meter Distanz kann nur diagonal über den Platz geschossen werden und erhält daher keine dieser Markierungen.

    Die Bohrungen werden mit professionellem Werkzeug durchgeführt, das auch von einem Profi bedient wird. René. Er hat von der Leutgeb Bohr- und Sägetechnik GmbH in Schondorf am Ammersee – seinem Arbeitgeber – ein voll ausgerüstetes Montagefahrzeug ausleihen dürfen. Zum Dank wird es ein Firmenevent  Bogenschießen auf dem Bogenplatz geben. Leutgeb-Chef Richard Maier und seine Mitarbeiter werden von Trainern der SC-UG Bogenschützen in die Geheimnisse des Bogensports eingewiesen.

    Pfeile finden

    Einer fehlt noch. Boris. Er schnappt sich den Freischneider, die deutlich robustere Version eines Rasentrimmers. Auch hier wird Profi-Werkzeug verwendet. Boris kann damit umgehen. Stundenlang hört man das knatternde Motorengeschäusch und weiß daher immer, wo er sich aufhält. Mit Gestrüpp übersäte Flächen werden wieder frei. Diese Maßnahme dient nicht nur der Optik. Auch hier spielt Sicherheit eine Rolle. Schließlich geht auch mal ein Pfeil daneben. Und wer will schon in einen nicht gefundenen Pfeil treten? Spitze Pfeilnocken bergen eine Verletzungsgefahr. Daher ist es wichtig, dass auch diese Pfeile beseitigt werden.

    Das Streicher-Duo 

    Nach getaner Arbeit beim gemütlichen Zusammensein bot das Streicherduo Katja und Christina  an, die Schutzwand optisch aufzupeppen. Gerne übernehmen sie diese Aufgabe und streichen die Schutzwand ein weiteres Mal. In PINK!

    Es ist schön mal wieder Gemeinschaft zu erleben.